Hochsensibilität

 

Kennen Sie oder Ihr Kind Sätze wie z.B. "Sei nicht so empfindlich.", "Jetzt reiß dich mal zusammen.", "Du bist viel zu sensibel." oder Ähnliches?

Dann gehören Sie oder Ihr Kind wahrscheinlich zu den ca. 20% der Weltbevölkerung, die hochsensibel sind

Was ist Hochsensibilität?

 
Den Begriff Hochsensibilität hat die amerikanische Psychologin Elaine N. Aron geprägt, als sie im Zuge ihrer Arbeit auf Menschen stieß, die offensichtlich Reize anders verarbeiteten, als der normale Durchschnitt. Dr. Aron nannte diesen Personenkreis „highly sensitive Persons“ (HSP).
Inzwischen gibt es eine große Anzahl an empirischen Daten und Erklärungsversuchen über dieses spannende Phänomen, jedoch noch keine naturwissenschaftlich bestätigten Theorien.

Wie ein Mensch seine Hochsensibilität erlebt, ist sehr vielfältig. Es gibt jedoch einige Gemeinsamkeiten. Hochsensible Personen nehmen Reize intensiver auf, es werden viel mehr Einzelheiten zum Bewusstsein durchgelassen, als beim „normalen“ Menschen. Das kann zu einer Überstimulation führen, die bei vielen Menschen einen starken Rückzugswunsch auslöst.

Im Gegenzug haben sehr viele hochsensible Menschen außergewöhnliche Begabungen und oft auch enorm hohe Empathiewerte, die sie im sozialen Bereich für andere einbringen können.
 
Wer seine Hochsensibilität erkennt, kann darauf entsprechend reagieren. Für viele Menschen ist schon die Erkenntnis eine enorme Erleichterung. Sie haben oft von Kindheit an darunter gelitten und verstehen jetzt, dass sie nicht allein sind. Damit bietet sich auch die wunderbare Möglichkeit, die eigenen Ressourcen zu erkennen und für sich und andere einzusetzen.

Aus eigener Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass die Welt hochsensible Menschen braucht. Wer selbst leicht verletzlich ist, verletzt auch andere weniger. Das Maß an Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis und besonderen Fähigkeiten ist eine große Bereicherung und macht unsere oft so rücksichtslose Welt bedeutend besser.


Hochsensibilität bei Kindern

 
Hochsensibilität ist vererbbar. Es kommt daher häufig vor, dass in einer Familie mit einem oder auch zwei hochsensiblen Elternteilen auch hochsensible Kinder leben.
Kinder haben noch keine erprobten Bewältigungsmechanismen und sind einer Überstimulation oft hilflos ausgeliefert. Reaktionen wie Ängstlichkeit, Schreckhaftigkeit, schnelle Ermüdung bis hin zu einem völligen Boykott, Wutausbrüchen oder Aggressivität sind daher oft zu beobachten.

Kindergärten, Schulen und die damit verbundenen Geräuschkulissen sind für hochsensible Kinder oft eine Herausforderung, da sie diese allein nicht bewältigen können.
Was oft aussieht wie ADS, ADHS bis hin zum Autismus könnte auch lediglich eine unerkannte Hochsensibilität sein.

Ganz besonders hier ist es wichtig, individuell auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen, damit nicht aus einem gesunden hochsensiblen Kind später ein traumatisierter oder depressiver Mensch wird. 

Die Hochsensibilität ist so vielfältig und spannend. Daher biete ich Ihrem Kind und Ihnen gerne die Möglichkeit, in einem ausführlichen Gespräch Ihre Möglichkeiten zu erkennen.